Das ist eine Situation, vor der viele Menschen beim Rauchstopp Respekt haben: Was passiert, wenn ich irgendwann wieder mit Freunden zusammensitze und ein Bier oder ein Glas Wein trinke?
Wenn die Zigarette über Jahre zu solchen Abenden gehört hat, kann sich das zunächst ungewohnt anfühlen. Alkohol und Zigarette waren vielleicht ein festes Paar: ein Bier – eine Zigarette, ein Glas Wein – eine Zigarette, Feierabend – etwas trinken und rauchen.
Dann kann die vertraute Situation das alte Rauchverlangen wieder anstoßen. Nicht, weil die Entscheidung für das Nichtrauchen plötzlich verschwunden ist, sondern weil eine lange eingeübte Verbindung wieder präsent ist.
Warum Alkohol eine schwierige Situation sein kann
Rauchen besteht nicht nur aus der Wirkung des Nikotins. Über lange Zeit entstehen Verbindungen zwischen der Zigarette und bestimmten Situationen. Alkohol kann zu einer solchen Situation gehören.
Wer beim Trinken früher fast automatisch geraucht hat, erlebt deshalb möglicherweise einen starken Impuls: „Jetzt würde eine Zigarette dazugehören.“ Das kann besonders dann passieren, wenn Freunde oder Bekannte gleichzeitig rauchen.
Das bedeutet nicht, dass der Rauchstopp gescheitert ist. Es bedeutet zunächst nur: Eine alte Gewohnheit ist in einer vertrauten Situation wieder aufgetaucht.
Was kann ich tun?
- Überlege vorher, wie du mit der Situation umgehen möchtest.
- Du kannst anderen ruhig sagen: „Ich rauche nicht mehr.“
- Wenn du dich noch nicht sicher fühlst, kannst du Situationen mit Alkohol zunächst reduzieren oder vermeiden.
- Wenn andere zum Rauchen hinausgehen, musst du nicht automatisch mitgehen.
- Wenn du mitgehst, kann eine neue Regel helfen: Ich gehe mit – aber ich rauche nicht.
- Wenn Rauchverlangen aufkommt, gib ihm etwas Zeit. Ein Verlangen muss nicht in eine Zigarette münden.
Eine Zigarette bedeutet nicht automatisch: Alles wieder auf Anfang
Gerade dieser Gedanke kann nach einem Ausrutscher gefährlich werden: „Jetzt habe ich sowieso wieder geraucht, dann kann ich auch weitermachen.“
Eine einzelne Zigarette muss nicht bedeuten, dass der gesamte Rauchstopp verloren ist. Entscheidend ist, was danach passiert.
Aus einem Ausrutscher kann ein Rückfall werden, wenn daraus wieder regelmäßiges Rauchen entsteht. Deshalb ist es sinnvoll, einen Ausrutscher ernst zu nehmen, aber ihn nicht größer zu machen, als er ist.
Ich habe eine Zigarette geraucht. Das war ein Ausrutscher. Ich kann jetzt wieder aufhören.
Du musst nicht auf Geselligkeit verzichten
Rauchfrei zu werden bedeutet nicht, dass Kaffee, Feierabend, Freunde, Pausen oder gemeinsame Abende verschwinden müssen.
Es geht darum, die bisherige Verbindung zu verändern. Der Abend mit Freunden kann bleiben. Das Glas kann bleiben. Die Unterhaltung kann bleiben. Nur die Zigarette muss nicht mehr dazugehören.
Weitere Informationen findest du auch bei Ausrutscher und Rückfall und beim Umgang mit schwierigen Situationen.

